Obenuntentagebuch
Ein Leserbrief aus Wien: „Wenn es der >Wirtschaft< (Aktionären und Managern) gut geht, geht es allen gut. Diesen neoliberalen Propagandaspruch haben alle noch im Ohr. Doch seit in der Krise für die Banken Rettungspakete und für die Armen Sparpakete geschnürt wurden, ist der Glaube an die allgemeine Wohltätigkeit der freien Marktkräfte geschwunden. Den Aktionären und Managern geht es wieder gut, und die anderen müssen eben noch auf die Erholung warten. Der Sozialstaat ist >nicht leistbar<... mehr_
Himmelskörperbeleidigung
Das Sonnenlicht fällt punktgenau
auf die vereiste Pfütze.
Die spiegelt dann die gelbe Sau
knapp unter meine Mütze,
dorthin wo meine Augen sind,
die fühlen sich geblendet.
Kein Abitur – Der Angriff der Vergangenheit auf die Gegenwart
25. August 2001
Heute träumte ich wieder, ich hätte kein Abitur und müsste zur Schule gehen. Es war ein ganz besonders schlimmer Tag, ein Donnerstag mit Religion und Sport. Und ich wusste nicht mal, in welches Klassenzimmer ich dazu sollte. Daher bedachte ich alle sich anbietenden Ausflüchte und kam zu dem Ergebnis, dass, wer bereits einen Hochschulabschluss sein eigen nennt, wohl kein Abitur mehr braucht. Ging hinfort und sorgte mich fürderhin nicht mehr. mehr_
Zum Beispiel Viren
“Das Schema ist klar: Oben sind wir, Sie und ich und unsere Freunde, die Tiere, die Blumen, kurz: Wir Eukaryonten also, die Wesen also mit den „schönen Zellkernen“. Zugegeben, zu den Eukaryonten gehören auch Organismen wie Backhefe oder Schleimpilze, aber man kann sich seine Verwandten ja schließlich nicht aussuchen.”
Unsere Achtzigjährigen
Jahrgang 1929. Wir kennen auffällig viele, die Kohorte erscheint als eine Versammlung von Berühmtheiten: Peter Rühmkorf, Walter Kempowski, Hans Magnus Enzensberger, Ralf Dahrendorf und Jürgen Habermas z. B., oder auch Anne Frank. Ein ‚guter Jahrgang’ der Literaturgeschichte: Heiner Müller, Walter Helmut Fritz, Reinhard Lettau, Willi Fährmann, Arnold Hauser, Reinhold Baumgart, Günter Kunert und eine Frau: Christa Wolf. mehr…
Görlitzer Ansichten
Wenn man durch eine alte Stadt wie Görlitz läuft, fallen einem die alten Häuser auf – die, die restauriert worden sind und die, die noch vor sich hinbröckeln. mehr…
Origami – vom Winde verweht
Rot. Die Einradfahrerin gegenüber erinnert mich an früher, an Tirol, an das Mädchen im Schnee. Grün. Auf der Verkehrsinsel blicke ich in ihr Gesicht. Sie blickt geradeaus. mehr…
