Von unten

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Autumn in New York

Unterdessen ist es Herbst geworden in der Hauptstadt der Moderne. Durch ihre unabsehbaren Avenuen entladen sich Stürme, aufs Land geworfen aus den endlosen Weiten des Atlantiks. Der rasende Wind reißt rote, gelbe, kürbisfarbene Blätter von den Bäumen des Central Parks und wirbelt sie bis hoch über die granitenen Fassaden, Mansarden, Türme und Söller in einen düsteren Regenhimmel hinauf, dem man die Nähe des Ozeans noch aus den Fenstern eines Coffeeshops oder meines Büros ansieht. wackwitz01.jpg mehr…

Noch mal endgültig nach unten

Am Anfang war das Wort und am Ende ist sicher auch ein Wort oder sind Wörter, die die Apokalypse beschwören. Und wenn Endzeitstimmung herrscht, sind Propheten nicht weit, die das Unheil kommen sehen und zur Umkehr aufrufen. Denn alles vorne ist schlecht, wenn angeblich die falsche Richtung eingeschlagen worden ist. mehr…

Endgültig nach unten im Jahre 07

Dies ist die Richtung, in die alle Geschichten verlaufen, nach unten. Die Geschichten jedenfalls, welche erzählt und angehört und weitererzählt zu werden verdienen, aus dem Bildungswesen, vom Wetter, aus dem Wirtschaftsleben, aus der Politik. Man konnte an jeder beliebigen Stelle beginnen. mehr…

Ostafrika, oben und unten, Juni 2008

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Große Kunst

Damals, mit 27, zwischen Weihnachten und Silvester 1979, hielt ich mich schon seit Jahren für einen “Marxisten-Leninisten”. Und war demzufolge, was immer sonst ich mir unter meinem Glaubensbekenntnis im einzelnen vorgestellt haben mag, Anhänger der verschwiegen-größenwahnsinnigen Idee von der “Aufhebung” des reinen Geistes. In gewissen, spukhaft abgelegenen Kammern und Oberstübchen meines juvenilen Gehirnkastens hegte ich (wie alle meine Vorgänger und Genossen) die oft unbewußte Ansicht und selten ausgesprochene Erwartung, die philosophischen Gebäude und künstlerischen Gebilde des Deutschen Idealismus würden in einer zukünftigen Gesellschaftsordnung irgendwie “wahr werden” und allgemeine Geltung annehmen. mehr…

Über die Schwerkraft

Wo oben und unten ist, wissen wir dank der Schwerkraft. Wer von einer Lawine verschüttet wird, heißt es, gräbt sich manchmal mehrere Meter weit nach unten, weil er nicht auf die mahnenden Worte der Schwerkraft hört. Fachleute behaupten, der Trick zur Rettung sei es, die Spucke im Mund zusammenlaufen zu lassen und dann in der entgegengesetzten Richtung zu graben. Für die Verschütteten ist zu hoffen, dass Lawinenunfälle nicht ausgerechnet zu Mundtrockenheit führen. mehr…

Von oben

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Der Mann im Schönheitssalon

Ich war schon immer neidisch auf Javier. Erstens verdient er einen Haufen Geld. Und zweitens hat er den ganzen Tag mit schönen Frauen zu tun, die noch schöner werden wollen. Javier hat so einen Salon, mit vielen Milchglaswänden, Teakholzmöbeln und sagenhaft ästhetischen Bambusstengeln. „Medizinisches Laser-Institut“ nennt er das. Davon gibt es mittlerweile in jedem Stadtviertel von Madrid mindestens zwei, drei Stück. Neulich, in der Kneipe, haben wir ihn gefragt, was denn die verehrten Kundinnen so machen und was er wieder weggelasert, aufgespritzt und abgesaugt hat. „Gar nichts“, hat Javier gesagt, „ich depiliere nur noch. Und zwar Männer.“
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Absturzpanik

Es ist noch nicht lange her, da erkannte sich die Bundesrepublik als Verlierer. Die Fernsehnachrichten brachten gleich nach den Arbeitslosenzahlen aus Nürnberg Bilder von Bettlern und Obdachlosen, was die Traumlogik entsprechend verknüpfte. Erst wirst du arbeits- dann obdachlos und mußt betteln. Diese Art Panik entwickelt einen eigentümlichen Sog. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts habe ich mal an einer Umfrage unter Studenten, betreffend Arbeitsstörungen und Prüfungsangst, mitgewirkt. Wer darunter stark litt, sah sich gleich durch alle sozialen Stockwerke hindurch fallen und als Fabrikarbeiter am Fließband enden.

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